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Die Fellpflege verschiedener Haartypen

Die richtige Fellpflege Deines Hundes ist sehr wichtig. Aber welche ist die richtige für den Haartyp Deines Hundes? Hier erfährst Du mehr!

Das Fell Deines Hundes ist nicht nur ein schöner Blickfang, sondern auch ein wichtiger Schutz vor Witterungseinflüssen. Eine regelmäßige und auf den Felltyp abgestimmte Pflege trägt dazu bei, Haut und Fell gesund zu halten, Verfilzungen zu vermeiden und das Wohlbefinden Deines Vierbeiners zu steigern. Ob Kurzhaar, Langhaar oder Lockenfell – jede Fellstruktur hat ihre eigenen Bedürfnisse. In unserem Beitrag erfährst Du, welche Pflegeroutine für Deinen Hund ideal ist und wie Du ihn mit der richtigen Ernährung und passenden Pflegeprodukten optimal unterstützen kannst.

Fellpflege von Langhaarhunden und Hunden mit dicker Unterwolle

Die Fellpflege bei Hunden mit langen Haaren oder dichter Unterwolle ist sehr wichtig und darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. Gerade im Winter muss das Haarkleid der Hunde besonders gepflegt werden. Die dicke Wolle muss ausgebürstet werden, denn der Schmutz, Schnee, Salz und Sand usw. setzt sich hier besonders gut ab. Eis und Schnee haften besonders in verfilztem Fell und beschweren zusätzlich. Salz raut das Haar an, das Fell wird stumpf und trocken. Verfilztes Fell trocknet zudem nur sehr schwer und ist ein Herd für Parasiten, Pilze, Bakterien und Milben durch feuchtwarmes Klima beim Trocknen, schnell entstehen unangenehme Gerüche. Außerdem ist zu beachten, dass verfilztes Haar eben nicht mehr wärmt. Muss der Hund auf verfilzten und verhärteten Stellen liegen, bleiben Druckstellen leider nicht aus. Diese empfindet der Hund als äußerst unangenehm bis schmerzhaft. auch Schuppen und Flechten sind keine Seltenheit, auf die der Hund mit Haarausfall und Hautentzündungen reagieren kann.

Wichtig bei Hunden mit langem Fell bzw. viel Unterwolle ist daher regelmäßiges Bürsten. Am besten solltest Du Deinen Langhaarhund täglich oder zumindest alle zwei Tage einmal grob mit einer Bürste mit mittellangen und stabilen Borsten durchbürsten. Hier solltest Du besonders auf die langen Stellen an Beinen und Bauch achten, da diese besonders anfällig für Verfilzungen sind. Diese solltest Du mit einem Kamm gründlich ausbürsten, so dass Verfilzungen gar nicht erst entstehen können. Sind schon Verfilzungen entstanden, hilft meistens leider nur noch die Schere. Daher ist die Prävention wie so oft das beste Mittel. 

Solltest Du das lange Fell Deines Hundes scheren?

Häufig kommen Hundehalter von Langhaarhunden vor allem im Sommer auf die Idee, das Fell ihrer Tiere zu scheren. Doch statt der erhofften Erleichterung bringt ein Kurzhaarschnitt für Vierbeiner eher Nachteile. Hunde schwitzen nicht wie Menschen über die Haut am ganzen Körper, sondern nur an den Pfotenballen. Effektiv regulieren sie ihre Eigentemperatur durch mehr oder weniger starkes Hecheln. Wichtig zu Wissen ist hierbei: Ein dichtes Haarkleid unterstützt isolierend sowohl bei Wärme als auch bei Kälte. Diese natürliche Schutzfunktion geht durch das Scheren verloren. Außerdem kann es passieren, dass zu viele UV-Strahlen auf ungeschützte Haut treffen und dort Schaden anrichten. Sonnenbrand gibt es auch bei Hunden und Katzen! 

Es gibt natürlich aber auch Ausnahmen: Einige Rassen, wie z. B. Pudel, müssen geschoren werden, da sie stetig nachwachsendes Haar haben. Für das Kürzen des Fells empfehlen sich allgemein die Übergangszeiten im Frühling und Herbst, da hier die Temperaturen nicht so extrem sind.

Die Fellpflege von Kurzhaarhunden

Kurzhaarige Hunde benötigen zwar weniger Pflege als langhaarige Rassen, dennoch ist eine regelmäßige Fellpflege wichtig, um abgestorbene Haare zu entfernen und die Hautgesundheit zu unterstützen. Durch das Striegeln mit einer weichen Bürste oder einem Noppenhandschuh wird nicht nur lose Unterwolle entfernt, sondern auch die Durchblutung der Haut angeregt. Dies fördert ein gesundes, glänzendes Fell und hilft, Hautirritationen vorzubeugen.

Auch wenn Kurzhaarhunde weniger haaren als langhaarige Rassen, empfiehlt es sich, das Fell ein- bis zweimal pro Woche zu bürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann es sinnvoll sein, die Fellpflege häufiger durchzuführen, um abgestorbene Haare schneller zu entfernen und das Nachwachsen des neuen Fells zu unterstützen.

Ein besonders praktisches Hilfsmittel sind Fellpflegehandschuhe, die das Bürsten mit einer Streicheleinheit verbinden. Sie ermöglichen eine sanfte Fellpflege und sind ideal für Hunde, die herkömmliche Bürsten nicht mögen. Zudem stärkt die regelmäßige Fellpflege die Bindung zwischen Hund und Halter und kann als entspannendes Ritual in den Alltag integriert werden.

Fellpflege bei Rauhaarhunden

Rauhaarige Hunde, wie Terrier, Schnauzer oder Dackel, haben ein dichtes, drahtiges Fell mit einer speziellen Struktur. Ihr Fell besteht aus einem weichen Unterfell und einem harten, wasserabweisenden Deckhaar. Damit diese natürliche Schutzschicht erhalten bleibt, ist regelmäßiges Trimmen notwendig. Beim Trimmen werden abgestorbene Haare vorsichtig per Hand oder mit speziellen Trimmmessern ausgezupft, anstatt das Fell einfach zu scheren. Ein regelmäßiges Trimmen – etwa alle sechs bis acht Wochen – fördert ein gesundes Haarwachstum und beugt Hautirritationen vor. Zusätzlich sollte das Fell regelmäßig mit einer weichen Bürste oder einem Kamm gepflegt werden, um Schmutz und lose Haare zu entfernen.

Fellpflege bei Hunden mit Lockenfell

Hunde mit lockigem Fell, wie Pudel, Lagotto Romagnolo oder Portugiesische Wasserhunde, benötigen besonders viel Pflege, da ihr Fell kontinuierlich wächst und sich schnell verfilzen kann. Regelmäßiges Bürsten – idealerweise täglich – verhindert Knotenbildung und hält das Fell geschmeidig. Lockiges Fell speichert Feuchtigkeit leichter, weshalb nach Spaziergängen im Regen oder nach dem Baden ein gründliches Trocknen wichtig ist, um Hautproblemen vorzubeugen.

Zusätzlich sollte das Fell in regelmäßigen Abständen geschoren werden, da es nicht von selbst ausfällt. Die Schur sollte je nach Fellwachstum alle sechs bis zehn Wochen erfolgen, um die Fellstruktur gesund und pflegeleicht zu halten. Eine besonders sanfte Pflege mit milden Shampoos und Pflegesprays kann helfen, das Fell geschmeidig zu halten und Knotenbildung zu minimieren.

Den Geruch nach nassem Hund bekämpfen

Ein bekanntes Problem für viele Hundehalter ist der typische, penetrante Geruch nach einem Badeausflug des Vierbeiners. Das Fell ist vor allem bei Hunden mit Unterwolle sehr dicht und bleibt im Sommer lange feucht und warm. Mikroorganismen, die natürlicherweise in unserer Umgebung und auf der Haut vorkommen, mögen dieses Klima. In meiner Praxis stelle ich jedoch fest: Wenn Hunde gesund und gut in ihrer eigenen Entgiftungsfähigkeit und Regulation sind, riechen sie deutlich weniger bis gar nicht. Die Haut ist das größte Entgiftungsorgan des Körpers. Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen gehören dazu und werden durch das Immunsystem im Gleichgewicht gehalten. Eine Antibiotika-Behandlung zum Beispiel kann jedoch die Hautflora verändern. Neben einer artgerechten Ernährung empfehle ich betroffenen Tieren die richtigen Mikroorganismen (sogenannte EMs) ergänzend zu füttern. Es gibt auch Shampoos, die mit entsprechenden Organismen angereichert sind, und so gegen unerwünschten „Hundegeruch“ helfen.

Fellpflege von innen: Die Ernährung des Hundes

Für ein gutes und gepflegtes Fell von Deinem Hund sollte auch die Ernährung ausgewogen und von guter Qualität sein. Besonders zu empfehlen ist die regelmäßige Versorgung Deines Vierbeiners mit ausreichend ungesättigten Fettsäuren, wie sie etwa in Lachsöl enthalten sind. Dieses liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren und trägt somit zur Fell- und Hautgesundheit bei. Auch für das Immunsystem sowie verschiedene Organe und Gewebe haben diese Fettsäuren eine positive Wirkung. Des Weiteren unterstützt Lachsöl den Wundheilungsprozess, ist hilfreich gegen Allergien sowie Haut- und Immunkrankheiten.

Text Inhalte oder Informationen: DOGing Station Hundesalons und Ernst Bamert www.dertierheilpraktiker.com

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