Welpe mit einem BARF Knochen.
4

Welpen Barfen: der frühe Start in die Rohfütterung

Die artgerechte Ernährung des neuen Welpen ist oft eine der größten Herausforderungen für neue Hundebesitzer. Das Barfen erfreut sich großer Beliebtheit bei Welpenbesitzern mit dem Ziel, ihren Vierbeiner natürlich und ausgewogen zu ernähren. Die Abkürzung BARF steht für “Biologisch Artgerechtes Rohes Futter” oder auch “Bones And Raw Food”. Besonders der frühe Start in die Rohfütterung, während der Wachstumsphase des Hundes, gewinnt an Popularität.

Inhaltsverzeichnis

Ist Barfen gut für Welpen?

Entgegen häufiger Meinungen, ist die BARF-Ernährung für Welpen nicht nur unproblematisch, sondern äußerst gesund und kann ein gleichmäßiges sowie artgerechtes Wachstum fördern. Wichtig ist hier, auf die korrekte Zusammensetzung der Mahlzeiten zu schauen, damit Dein Welpe alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Welpen, die nach der BARF-Methode ernährt werden, zeigen in der Regel eine gesteigerte Aktivität und Agilität. Jedoch sollten einige Aspekte berücksichtigt werden: 

  • Aufgrund ihres Wachstums haben Welpen einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen und benötigen eine größere Tagesfuttermenge im Vergleich zu ausgewachsenen Hunden. 
  • Dabei sollte die Fütterungsmenge ca. zwischen 4% und 8% ihres Körpergewichts liegen, stark abhängig von der Rasse, dem momentanen Alter und der Wachstumskurve. 
  • Aufgrund ihrer noch nicht voll entwickelten Beißkraft sollten Welpen zu Beginn ausschließlich gewolftes Fleisch und weichere Knochen wie Hühner oder Entenhälse erhalten. Diese Knochen liefern das für gesundes Knochenwachstum essenzielle Calcium.

Obwohl grundsätzlich jede Hunderasse mit der BARF-Methode ernährt werden kann, bedarf es individueller Anpassungen entsprechend den Bedürfnissen und Entwicklungsstadien Deines Welpen. Die Futtermenge ist hier vor allem von Faktoren wie dem momentanen und dem erwarteten Endgewicht abhängig, welches wiederum stark von der Rasse abhängig ist. 

Was ist BARF? 

Ob sich diese Ernährungsform für jeden Hund eignet und wie sich ein ausgewogenere BARF-Napf zusammensetzt, erklären wir Dir ausführlich in unserem Beitrag: Was ist BARF? Herkunft und Erklärung“.

Welpe neben seinem Barf-Napf.

Welpen Barfen: So fängst Du an

Du solltest Dich vor der Abholung Deines neuen Familienmitglieds darüber informieren, wie der kleine Welpe seit seiner Geburt ernährt wurde. Auch unter Züchtern wird es immer beliebter, die Welpen direkt von Beginn an zu Barfen, wenn auch die Hündin bereits mithilfe von rohem Fleisch, Innereien und Knochen ernährt wird. Eventuell füttert Dein Züchter ja schon BARF an seine Welpen und Du kannst nahtlos Zuhause weitermachen. 

Wenn Dein Welpe durch seinen Züchter nur an Trocken- oder Nassfutter gewöhnt wurde, dann solltest Du die Umstellung auf die BARF-Ernährung schrittweise und langsam vornehmen. Zu Beginn solltest Du Deinem Welpen noch sein gewohntes Futter geben, bis er in seinem neuen Zuhause angekommen ist. Schon nach einigen Tagen kannst Du dann in der Regel auf BARF umstellen.

Es ist äußerst sinnvoll, sich in der Welpenzeit noch einen Ernährungsberater zur Hilfe zu nehmen, denn durch die Wachstumsphase verändert sich das Gewicht Deines Vierbeiners wöchentlich, sodass auch die Fütterungsmenge entsprechend angepasst werden sollte. Achte darauf, dass die Futterration an das Wachstum Deines Welpen angepasst ist und ihm genug Energie über das Futter zugefüttert wird. Beachte außerdem, dass die Kalorienzufuhr nicht zu hoch ist und der Junghund keine unnötigen Pfunde bereits in jungen Jahren mit sich herumträgt. Übergewicht im Welpenalter kann schnell zu irreversiblen Folgen für Skelett- und Gelenke führen.  

Ab wann kann man Welpen Barfen?

Im Idealfall wurde Dein neues Familienmitglied bereits beim Züchter gebarft, dann kannst Du diese Ernährungsform reibungslos fortführen. Grundsätzlich gilt, dass Welpen ab der 4. oder 5. Woche zusätzlich zur Muttermilch leicht verdauliches BARF bekommen dürfen. 

Kennt Dein Welpe noch kein rohes Futter, dann kannst Du ihn trotzdem schon kurz nach dem Einzug bei Dir umstellen. Hierfür eignen sich erstmal leicht verdauliche, gewolfte Fleischsorten. Auch kannst Du z. B. direkt mit unseren Komplettmenüs für Welpen anfangen:


Welpen weiter an die Rohfütterung gewöhnen

4. bis 5. Woche

Ab der 4. bis 5. Woche können Welpen leicht verdauliches Fleisch zusätzlich zur Muttermilch bekommen.

Viele Züchter gewöhnen ihre Welpen bereits an rohes Futter. 

6. bis 7. Woche

Ab der 6. bis 7. Woche können vorsichtig weiche Knochen hinzugenommen werden. Auch Innereien vom Rind, vom Pferd oder vom Huhn dürfen und sollten jetzt gefüttert werden, da sie wichtige Nährstoffe enthalten.  

9. bis 11. Woche

Im neuen Zuhause kannst Du nach einer kurzen Eingewöhnungszeit direkt mit dem Barfen Deines Welpen beginnen. Sollte er noch kein rohes Futter vom Züchter kennen, dann starte mit leicht verdaulichen, gewolften Fleischsorten. 

Nach 6 Monaten

Ist Dein Welpe alt und vor allem groß genug, dann können auch unsere Spareribs vom Rind, Lammknochen oder Knochen vom Reh & Hirsch verfüttert werden. Die Verwendung von Knochen ist individuell zu beurteilen, da es immer auf die Größe des Welpen ankommt.

Unser Tipp: Ein Beratungsgespräch vorab mit Deinem Tierarzt oder einem Ernährungsberater ist empfehlenswert, um individuelle Ernährungshinweise zu erhalten.

Das richtige BARF für Welpen

Eine typische BARF-Ration besteht aus 80% Fleisch und 20% pflanzlicher Komponenten plus ein paar essenzielle Zusätze. In der BARF-Pyramide wird die Zusammensetzung klar und deutlich dargestellt:

Der tierische Anteil beim Barfen ist der Hauptversorger mit Energie und Nährstoffen. Durch Bestandteile, wie Muskelfleisch, Leber, Niere und rohe, fleischige Knochen werden unsere Hunde mit fast allen essenziellen Nährstoffen versorgt. Daher ist es wichtig, auch bei Deinem Welpen auf eine ausgeglichene Zusammensetzung dieser Komponenten zu achten. 

Der pflanzliche Anteil besteht vor allem aus Gemüse und Obst, aber auch bestimmte Kräuter können eingesetzt werden. Gemüse und Obst liefern hier vor allem Ballast- und Faserstoffe, aber auch ein paar Vitamine & Spurenelemente.

Dann gibt es noch einige essenzielle Zusätze, wie Seealgenmehl, welches für die ausreichende Versorgung mit Jod benötigt wird. Auch ein gutes Öl für ein ausgeglichenes Fettsäurenverhältnis ist wichtig. Dieses versorgt Deinen Welpen mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren, welche unabdingbar für die Entwicklung des Gehirns sind. 

Durch das Zusammenspiel dieser Bestandteile ernährst Du Deinen Welpen oder Junghund bereits mit allen wichtigen Nährstoffen.

Wichtig ist allerdings, dass bei Welpen der Anteil an Pansen und rohen Knochen vertauscht werden sollte, so dass Dein Welpe ausreichend Calcium erhält.  

Das solltest Du bei der Ernährung Deines Welpen beachten:

Do’s:

Bedarfsgerechte Fütterung – Welpen haben einen höheren Energie- und Nährstoffbedarf. Achte auf die richtige Zusammenstellung mit Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und gesunden Fetten.

Cacliumversorgung sicherstellen – Knochen sind essenziell für das Wachstum. Alternativ kann Eierschalenpulver oder Algenkalk genutzt werden.

✅  Langsame Umstellung – Falls Dein Welpe vorher anderes Futter bekommen hat, führe die BARF-Komponenten schrittweise ein.

Hochwertige Zutaten wählen – Frische, artgerechte Zutaten fördern die gesunde Entwicklung.

Regelmäßige Gewichtskontrollen – Passen die Futtermenge an das Wachstum deines Welpen an.

Dont’s:

Kein Überfüttern oder Unterfüttern – Welpen benötigen eine genau berechnete Menge, um gleichmäßig zu wachsen.

Ungeeignete Knochen geben – Rohe, weiche Knochen sind erlaubt, aber vermeide gekochte oder zu harte Knochen.

Mangelhafte Nährstoffbalance – Eine falsche Zusammensetzung kann zu Wachstumsstörungen führen. Vermeide eine einseitige Fütterung!

Keine rohen Schweinefleischprodukte – Wegen des Aujeszky-Virus ist rohes Schweinefleisch potenziell tödlich für Hunde. Erhitzte Schweineprodukte sind allerdings sicher. 

Keine Fütterung nach Gefühl – BARF erfordert eine bewusste Planung, um den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Energie zu decken.

Richtwerte zur BARF-Futtermenge für Welpen als Tabelle

Als Faustregel gilt, dass die tägliche Futtermenge eines Welpen etwa 4-8% seines Körpergewichts entspricht. Dieser Gesamtbedarf wird dann auf 3-5 Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt, je nachdem, wie alt Dein Welpe schon ist.

Kilogramm Körpergewicht 0 - 3 Monate 4 - 6 Monate 7 - 9 Monate 9 - 12 Monate ab 12 Monate
0 - 2 kg 70 - 90 g 75 - 95 g 70 - 85 g 60 - 80 g 50 - 60 g
3 - 5 kg 100 - 125 g 110 - 135 g 105 - 120 g 90 - 110 g 60 - 90 g
6 - 10 kg 140 - 225 g 150 - 235 g 145 - 215 g 130 - 205 g 115 - 175 g
11 - 15 kg 230 - 255 g 235 - 270 g 225 - 250 g 210 - 240 g 190 - 230 g
16 - 20 kg 255 - 290 g 270 - 305 g 250 - 295 g 240 - 285 g 230 - 280 g

Darauf ist bei der Rohfütterung von Welpen zu achten 

Generell solltest Du bei der BARF-Ernährung darauf achten, dass Du nur rohes & frisches Fleisch aus hochwertigen Quellen fütterst. Außerdem sind Hygiene und Sauberkeit bei der Fütterung entscheidend. Auch andere Faktoren, wie Mischfütterung, Handhabung des Fleisches oder Portionsgrößen sind wichtig, daher gilt:

  • Die Portionen sollten nicht zu groß sein und auch keine großen, schwer kaubaren Brocken Fleisch enthalten, da die Gefahr des Verschluckens zu hoch ist. 
  • Fertigfutter und BARF sollten nicht in der gleichen Mahlzeit vermischt werden, da die Verweildauer im Magen unterschiedlich lang ist und es bei Vermischung die Verdauung und den Stoffwechsel durcheinander bringen kann. 
  • Das Fleisch für die Mahlzeiten Deines Welpen solltest Du unbedingt unter Luftzufuhr auftauen. Ansonsten können sich Botulismus-Toxine bilden, welche zu Magenproblemen aber auch zu Vergiftungen führen können. 
  • Einmal aufgetautes Fleisch kann ohne Probleme wieder eingefroren werden (z. B. zum Portionieren), aber sollte nicht länger als drei Tage im Kühlschrank liegen, bis es verfüttert wird.

Situative BARF Zusätze für Welpen

Ergänzende Zusätze können helfen, die Entwicklung Deines Welpen positiv zu beeinflussen. Beachte bei der Fütterung von Zusätzen die Dosierungsempfehlungen, um einer Über- oder Unterdosierung entgegenzuwirken. Bei uns findest Du verschiedene Zusätze für Deinen Welpen oder Junghund: 

Die neuseeländische Grünlippmuschel besitzen einen hohen Gehalt an sogenannten GAGs, welchen ein positiver Einfluss auf Sehnen und Bänder nachgesagt wird. 

Kollagenpulver kann ebenfalls die Gelenke im Wachstum unterstützen. Idealerweise ergänzt Du hierzu noch eine Vitamin C Quelle, wie Hagebuttenpulver, um die Aufnahme zu fördern. 

Brühen sind reich an Nährstoffen und können den Appetit Deines Welpen anregen. Im Sommer eignen sie sich außerdem ideal dazu, Deinem Welpen genügen Flüssigkeit zuzuführen. 

Autor: 

Lena Saxe

Unsere Content Managerin Lena Saxe ist seit 2022 fester Bestandteil unseres Marketing-Teams. Mit viel Freude und einer guten Portion an Kreativität schreibt Lena eure Blogbeiträge, versorgt euch mit regelmäßigen Newslettern und verwaltet unsere Social Media Kanäle.

Teilen:

Ähnliche Beiträge

@tackenberg

Teile deine schönsten Tackenberg-Momente auf Instagram unter dem Hashtag #tackenberg
Mit etwas Glück inspiriert bald dein Beitrag  die Tackenberg-Community.